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Eine '''Hüpfburg''', '''Springburg''' oder '''Luftburg''' ist ein Gebilde aus luftdichtem Gewebe, das mit Hilfe eines Radialgebläses aufgeblasen werden kann. Es gibt die verschiedensten Formen, Farben und Größen.

Meist findet man Hüpfburgen auf Festen oder Veranstaltungen. Mittlerweile gibt es ganze Hüpfburgenparks, in denen Kinder sich austoben können.

Geschichte

Die Hüpfburg wurde als ''Luftburg'' 1977 von der österreichischen Unternehmerin Elisabeth Kolarik (*?1954) erfunden, der jüngsten Tochter des Gastronomen Karl Kolarik (1901?1993), der im Wiener Prater den größten Biergarten Europas, das Schweizerhaus gegründet hatte.

Elisabeth Kolarik wollte 1977 für ihre Tochter Marianne eine aufblasbare Spielwiese für das Kinderzimmer schaffen. Ihren Entwurf ließ sie von einem englischen Hersteller aus Heißluftballon-Stoff herstellen. Dieser verstand die Maßangaben allerdings irrtümlich als Zoll anstelle von Zentimetern; dadurch wurde die Spielwiese 2,54-mal zu groß und konnte nur im Freien verwendet werden. Elisabeth Kolarik griff die Idee auf und entwarf in der Folge zahlreiche weitere Modelle von Luftburgen, die sie vermietet bzw. verkauft. 1992 gründete sie im Prater das Café-Restaurant ?Luftburg?, das mit mehreren dieser Spielwiesen ausgestattet ist.

Die Erfinderin hat sich die aufblasbare Spielwiese nicht als Patent schützen lassen. Allerdings ist der Name ''Luftburg'' markenrechtlich geschützt, sodass Konkurrenzprodukte üblicherweise als ''Hüpfburg'' bezeichnet werden.

Gebrauchshinweise

Gewöhnlich werden Hüpfburgen barfuß oder mit Socken betreten, da spitze Teile an Schuhen das Gewebe verletzen könnten. Dies beugt aber auch Verschmutzungen vor und verlängert so das Leben einer Hüpfburg (vgl. Porosität)

Aufgrund der Gummi-Hohlraum-Architektur können die Strukturen aufgeblasen durchaus 10?× 10?× 10?Meter groß werden. Im Ruhezustand sind sie jedoch leicht im Kofferraum eines Kombi-PKW o.?ä. zu transportieren.

Da einfache Nähte beim Zusammenfügen der Teile verwendet werden, entweicht konstant Luft aus einer Hüpfburg. Dies würde die Burg schnell wieder schlaff werden lassen. Daher wird während des Betriebes ausreichend Luft nachgeführt und die Hüpfburg so in Form gehalten.

Aufbau

Idealerweise legt man eine Plane zum Schutz unter die Burg. Nun wird das Gebläse angeschlossen, das die Burg aufbläst. Da Hüpfburgen relativ leicht sind, wird Rasen bei Standzeiten unter einem Tag kaum beeinträchtigt und kann sich gut erholen.

Hüpfburgen sind wegen ihrer Größe und ihres geringen Gewichtes anfällig gegen Wind. Daher sind sie mit Heringen und Seilen vor der Benutzung zu sichern.

Vorteile

  • Kinder haben Spaß, sind aktiv und haben die Möglichkeit, sich auszutoben.
  • Hüpfburgen eignen sich meist auch als Reklameträger, da sie mit ihren bunten Farben Familien mit Kindern zu den verschiedensten Veranstaltungen locken.
  • Eine betreute Hüpfburg bietet Spaß über viele Stunden.
  • Hüpfburgen können ? im Gegensatz zu Karussellen oder anderen Geräten ? in Eigenregie betrieben, aufgebaut und abgeholt werden.

Nachteile

  • Aufgrund des Gebläses benötigt man über die komplette Einsatzzeit der Burg Strom.
  • Gefahr droht, wenn Kinder in der Burg zusammenstoßen oder aus der Burg geschleudert werden.
  • Ebenfalls sollte schnell reagiert werden, wenn das Gebläse ausfällt, da die Burg schnell in sich zusammenfällt und eventuell Kinder unter sich begräbt (Erstickungsgefahr).

Die Burg ist über die komplette Betriebszeit hinweg zu beaufsichtigen. Hierzu erging ein Urteil des Landgerichts Köln.

Technik

Hüpfburgen sind technisch mit Traglufthallen verwandt.

Das verwendete Material kann schwer entflammbares, beschichtetes PVC Polyestergewebe sein. Die Nähte bestehen aus doppelt vernähtem (an stärker beanspruchten Stellen vierfach, z.?T. besonders verstärktem) abrieb- und fäulnisbeständigem Polyester- oder Nylonfaden.

In Deutschland gibt es die CE-Kennzeichnung sowie das GS-Siegel, welches unter anderem eingehaltene Sicherheitsvorschriften für Spielzeug und Geräte im Freien bescheinigt. Diese Siegel gelten allerdings nur für privat genutzte Hüpfburgen. Bei kommerziell betriebenen Burgen ist eine Einzelabnahme jeder Burg durch den TÜV notwendig (bzw. bei im Ausland gefertigten Burgen durch die jeweilige nationale TÜV-ähnliche Organisation).

Des Weiteren berufen sich Hersteller bei der Qualität unter anderem auf die Inflatable Play Manufacturers Association und den ETIS 7-Standard von der Britischen Gesundheits- und Sicherheitskommission Health and Safety Executive. Der Etis 7 Standard wurde zurückgezogen und seitdem gibt es Tests und Siegel der Inflatable Play Association.

Varianten

  • Kletterberge - fallsicher aufgrund der Luftpolsterung
  • Rodeo-Automaten - Fallsicherung
  • Rutschen - z.?B. Titanic Rutsche
  • Riesenkicker
  • bewegliche Hüpfburgen - Moving-Slides
  • Bungee Run

Miete

Endkunden, also Veranstalter von Festen, mieten Hüpfburgen in der Regel tageweise für die Dauer eines Events an. Eine Standard-Hüpfburg (ca. 4 × 4 m) kostet im Verleih rund 300 bis 500 Euro pro Tag inklusive Aufbau und Betreuung.

Kauf und Sonderanfertigung

Der Kaufpreis für eine Standard-Hüpfburg liegt bei rund 2.000 bis 5.000 Euro. Ebenfalls zu beachten ist der spätere Aufwand für Lagerung, Pflege und Wartung. Größere Unternehmen, die im Sponsoring aktiv sind oder deren Marketing-Aktivitäten oder Aktionen zur Verkaufsförderung beinhalten, lassen individuelle Hüpfburgen und Inflatables herstellen, die in den Unternehmensfarben gestaltet sind oder deren Formgebung Produkte nachbildet.

Weblinks

Einzelnachweise